Via Curiosa

Wegbeschreibung

Neben der Via Appia und der Via Dolorosa gibt es noch, wenngleich kaum bekannt, die Via Curiosa. Es ist die Straße, an deren Wegrand man allerlei Kuriositäten begegnet, die man sonst kaum oder gar nicht vor die Augen bekommt. Diese Straße oder diesen Weg wollen wir nun ein Stück weit beschreiten ...

(P.S. Im Italienischen müsste es, wie ich es verstehe, korrekterweise "via delle curiosita" - im Sinne von "Straße der Merkwürdigkeiten/Kuriositäten, heißen. "via curiosa" wäre dann eher die "kuriose/merkwürdige Strasse", was hier eigentlich nicht den beabsichtigten Sinn trifft. Im Humorsprachkontext ist es aber die richtige Wahl, deshalb nehme ich mir diese künstlerische Freiheit.)

Kunstbetrachtung 

Lona Misa

Gleich auf der ersten Station wollen wir ein bekanntes Kunstwerk betrachten, d.h. eine verborgene Variante desselben, die kaum ihren Weg in die Kunstgeschichte gefunden hat - man findet dieses besagte Kunstwerk somit auch in keinem Museum, jedoch an der Via Curiosa!

Die "Mona Lisa", das bekannte Gemälde einer geheimnissenvollen Frau - kennt jeder. Was jedoch kaum jemand kennt, ist ihre Zwillingsschwester "Lona Misa" - auch die "einsame Hässliche/Unansehnliche/Miserable" genannt, da sie im Verborgenen lebte, unter miserablen Umständen und nicht sehr ansehnlich war.

Da Vinci arbeitete ja gerne mit Kontrasten (wie man einigen seiner Skizzen entnehmen kann) und nutzte (und entdeckte vielleicht sogar) den Effekt, dass sich Gegensätze verstärken, wenn man sie gegenüberstellt, heißt: das Schöne wird neben dem Hässlichen schöner und umgekehrt, das Helle wirkt neben dem Dunkel heller usw.

Ursprünglich waren vermutlich beide Bilder zusammen als Doppelporträt vorhanden, dummerweise ist die eine Hälfte im Laufe der Zeit verloren gegangen, d.h. bis sie hier wieder aufgetaucht ist.

Professionelle Bildstörer

Es wird aber noch interessanter:

Wie neueste Röntgenaufnahmen zeigen, wurde die "Mona Lisa" mehrmals überarbeitet. Offensichtlich ist während der Porträt-Sitzungen öfters jemand durch den Bildhintergrund gelaufen und hat die Komposition gestört, was zur Folge hatte, dass da Vinci wieder von vorne anfangen musste, da sein Modell, die Mona Lisa, offensichtlich durch das Erscheinen dieser Person abgelenkt war, was an ihren Pupillen ersichtlich ist. Man hat bislang 15 solcher Übermalungen bzw. Korrekturen der Position der Pupille feststellen können.

Der "Übeltäter" war nach neuesten Forschungserkenntnissen ein gewisser "Pietro Filippo Simonetti", Tuchhändler, der neben Mona Lisa wohnte und sich offensichtlich, immer genau während der Porträtsitzungen, auf dem Weg zur Arbeit befand. Anderen Vermutungen zufolge war er professioneller Bildstörer oder gar Meisterwerkstörer - diese Frage wird gegenwärtig in Fachkreisen noch diskutiert.

Da Vinci soll wörtlich gesagt haben (wie es von Vasari überliefert ist): "Chi è questo idiota che distrugge il mio lavoro?!" ("Wer ist dieser Idiot, der mein Werk zerstört?!")

Verborgenes 

Der Parnter

Beim schnellen Schreiben kommt es oftmals zu Buchstabendrehern. Dabei kommen in der Regel falsche oder unsinnige Wörter heraus. Nun gibt es aber den Fall, wo man durch solch einen Buchstabendreher etwas ins Leben ruft, das lieber verborgen sein möchte, etwa um sich zu schützen.

Genau das passiert, wenn man beim Schreiben des Wortes "Partner" versehentlich das "t" und das "n" vertauscht. Man erhält einen "Parnter" und deckt in diesem Moment dessen Tarnung auf.
Der Parnter ist eine Abart bzw. ein Partner des Panthers und lebt meist verborgen in Hinterhöfen oder dunklen Nischen. Dadurch, dass er sich als "Partner" tarnt, konnte er sich bislang vor dem Aussterben bewahren.

Zumeist ist er als Detektiv oder gar Geheimagent tätig, bis halt die Tarnung auffliegt - also Vorsicht beim Buchstabendrehen!
Man merke sich: Der Parnter ist ein Getarnter!

Verwechslung 

Mann oder Baum

Ein Mann mit ausgeprägter Frisur, somit baumartig von Gestalt, speziell in der Wahrnehmung von Tieren, könnte eine Anlaufstelle für Hunde werden ...
Dummerweise hätte der Mann dann ständig nasse Schuhe oder Hosenbeine, wäre aber auf der anderen Seite, mit der hundespezifischen Duftmarke versehen, ein durchaus beeindruckender Reviermarkierer - und genau darum geht es dem Hund!

Desgleichen könnten sich auch Vögel angezogen fühlen, so sie gerade ein Nest bauen wollen. Das Männchen könnte hier sicherlich bei dem weiblichen Vogel punkten durch seine außergewöhnliche Nestwahl!

Ursprung der Worte 

Die Wortleier

Wo kommen Worte eigentlich her?

Man meint ja jedes Wort sei Ausdruck eines Gedankens, der im Gehirn entsteht, aufgrund einer Vorstellung oder infolge eines Sinneseindruckes, um diesen zu benennen und zu kategorisieren - mag sein .. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit Worte zu generieren: die Wortleier.
Es gibt Menschen, die reden und reden und reden, die Worte herunterleiern - um im Bild zu bleiben. Diese haben vermutlich eine innere Wortleier, an der sie unaufhörlich drehen und drehen und drehen ...

Aber welchem Zweck dient die hier dargestellte Wortleier...?

Nun, ich vermute sie erzeugt einen Wortsalat, der einem anderen Herren oder einer Dame, die im Bild nicht sichtbar sind, dargereicht wird, als Vorspeise vielleicht ... Es könnte auch sein, dass die Worte einem Dichter oder einem Redner zugereicht werden, weil er sie gerade braucht ...

Der Möglichkeiten sind viele ... wer weiß.

Auch dieser Text entsprang übrigens jener Wortleier, als Test sozusagen.
In der Via Curiosa werden alle Worte serviert in einer Art Wort-Imbiss für Schnellredner oder einem Wort-Restaurant für anspruchsvollere Redner oder Schreiber, Wortbenutzer bzw. Lesern.
Gegen Aufpreis werden auch vollständige Sätze serviert - etwa philosophisch-tiefgründiger Natur!

Geheime Bruderschaften 

Der Kinntassen-Orden

Umgeben von einem undurchsichtigen Schleier des Mysteriösen, Obskuren sind immer noch viele Geheimlogen, Geheime Bruderschaften, Ordensbruderschaften usw.
Immer wieder versuchen Menschen die ihnen verborgenen und vermuteten Geheimnisse etwa der Tempelritter, der Illuminaten, der Freimaurer usf. zu ergründen. Man vermutet irgendwelche versteckten Schätze oder geheimen Kräfte, die einem Macht verleihen, eine Formel für ewiges Leben - kurz: die Suche ist geleitet von selbstsüchtigen und eigennützigen Motiven.
Nun, gefunden hat niemand je eines dieser Geheimnisse - den Heiligen Gral schon gar nicht. Das mag an den zugrunde liegenden Motiven liegen, die Irrlichtern gleich in die Irre führen ...
Die Gründe dafür liegen auf der Hand:
Entweder es gibt ihn, den Gral, gar nicht oder jemand hat ihn tatsächlich gefunden und hütet ihn in seinem Versteck ...
Klar ist, dass jeder dieser Orden gewisse Rituale und Erkennungsmerkmale hat. Von einem dieser Geheimen Orden sind diese nun ans Licht der Öffentlichkeit gelangt- es ist der Kinntassen-Orden!
Die Aufnahmebedingung: ein sehr ungewöhnlicher Name und eine originelle Tasse, die man am Kinn tragen muss - zumindest bei den geheimen Zusammenkünften!
Das eigentliche geheime Einweihungs-Ritual, an dem selbstverständlich nur geeignete Mitglieder teilnehmen dürfen, besteht darin in einer bestimmten, je nach Einweihungsgrad festgelegten Folge an der Kinntasse des Großmeisters zu nippen.
Die unteren Grade dürfen, zur Übung sozusagen, auch gegenseitig an ihren Tassen nippen. Für diesen Nippvorgang müssen die Tassen natürlich gefüllt sein und entsprechend vor dem Kinn mit der Öffnung nach oben platziert sein.
Außerdem tragen alle Mitglieder in ihrem Nachnamen ein "von" gekoppelt mit einem Tassenbezug, das ist ihr "geheimer" Ordensname.

Der Gralshüter 

Der (K)elch

"Wer ist der Gral?
...Das sagt sich nicht;
Doch bist du selbst zu ihm erkoren,
Bleibt Dir die Kunde unverloren." (Wagner: Parsifal)

Wie folgendes, mit einer Wildtier-Kamera aufgenommene Bild zeigt - sofern es kein Fake ist - könnte das Rätsel des Grals insofern geklärt sein, dass seine Existenz tatsächlich bewiesen ist - zumindest ist der Elch davon überzeugt und hat sich, beseelt von diesem Gedanken, zum Gralselch, ja zum Gralshüter ernannt!
So der Elch nun dazu auserwählt ist, mag ihm der Gral möglicherweise auch sein Geheimnis offenbaren...
Und: Elch reimt sich nicht ohne Grund auf Kelch!

Besondere Menschen und Typen 

Vergessene Adelsgeschlechter

Unikate

Unikate sind sehr ungewöhnliche Menschen, die so und nur so existieren und in einen Kontext eingebettet sind, der teilweise auch in ihrer Namensgebung sich widerspiegelt - Nomen est omen.
Es gibt solche, die durch typische Gesten charakterisiert sind oder durch ihre Vorliebe für ein ganz bestimmtes Tier oder eine bestimmte Umgebung oder Charaktereigenschaft - in jedem Fall sind es einmalige und ungewöhnliche Erscheinungen, Paare, Menschen, Tiere, die äußerst selten anzutreffen sein dürften - außer natürlich auf der "via curiosa".

Hier sind sie:

Mensch und Maulwurf - Tragödien 

Der Feind im Garten

Die meisten Menschen fühlen sich am wohlsten, wenn ihre Lebenslinie geraden, vermeintlich vorhersehbaren Wegen folgt. So strebt man nach Ordnung und Sicherheit. Unvorhergesehenes, das die Ordnung stört, muss da früher oder später beseitigt werden, um die alte, gewohnte Ordnung wieder herzustellen. Hausbesitzer mit Garten und wohlgepflegtem Rasen sind hier die typischen Vertreter dieser Art.
Da schaut man, nichts Böses ahnend, auf die ebenmäßige Rasenfläche ... Doch dann das: "Was ist das? Wer wagt es!"
"Der Maulwurf!".
Ja, so ein kleines, harmloses Tierchen kann mit Einem Mal das gesamte Weltgefüge ins Wanken bringen, obwohl der Maulwurf Böses nicht im Sinn hat. Seine Auffassung von Ordnung ist eben eine andere. Bei manchen Menschen klingt die Empörung dann fast so, als befänden sie sich im Krieg und als hätten Einschläge, der vom Gegner abgefeuerten Granaten, die Erde erschüttert und aufgewühlt, umgepflügt gar!
Dann zieht man, seiner Überlegenheit sicher, in die Schlacht, holt aus zum vernichtenden Gegenschlag - bewaffnet mit Schaufeln, einem Wasserschlauch, einen Eimer voll Wasser oder man entscheidet sich für die nach der Genfer Konvention verpönte chemische Kriegsführung. Diese Konvention gilt jedoch nur für Kriege zwischen Menschen.
Gäbe es entsprechend kleine und in ihrer Wirkung auf wenige Meter begrenzte Atombomben, so würde man gar einen Atomschlag gegen den frechen Eindringling, den Feind im Garten, führen!
Andere versuchen es auf juristischem Wege und verklagen den Maulwurf unter Vorlage von erdrückendem Beweismaterial. Der Anwalt der Beklagten wird da einfach überhört im wüsten Geschrei der Anschuldigungen oder aufgrund seiner geringen Körpergröße und piepsenden Stimme, nicht wahrgenommen.

Rechtsstreit

Wer am lautesten schreit, hat Recht! Gelingt es durch die richtigen Beweismittel die Wahrheit zu seinen Gunsten zu verfälschen und hat man einen Anwalt, der ebenfalls lästige Maulwürfe im Garten hat, so sind die Geschworenen - entsetzt von der Vorstellung, eine solche Bedrohung könnte auch sie heimsuchen, leicht von der Schuld der Beklagten zu überzeugen.
Es ist, wie im Krieg: Auch dieser wird durch Bilder geführt, die Bedrohungen inszenieren, Stimmungen aufpeitschen und den Verstand kurzschließen!

Im Falle von Herrn Meier ist es eine Armee von Maulwürfen, die sein Haus belagert und die zugehörigen Beweisfotos ...

Fehleinschätzung

Bei einem im Meer treibenden Eisberg sieht man nur den kleineren Teil, der sich über der Wasseroberfläche befindet - man sagt, es sei ungefähr ein Siebtel der Gesamtgröße.
Beim Maulwurfshügel vermutet man eine bevorstehende Invasion, einen kriegerischen Akt einer unter der Erde lebenden dunklen Macht.
Aus der eigenen höheren evolutionären Position hat man natürlich das Recht diese "niedere Lebensform" auszulöschen oder zumindest in ihre Schranken zu verweisen.
Um nochmal auf den Eisberg zurück zu kommen:
Man sieht den verborgenen, größeren Teil nicht. Ebenso sieht man nicht, was da unter der Erde ist und könnte in seiner arroganten Verblendung eine technische Hochzivilisation zerstören, die kurz vor ihrem ersten Flug ins Weltall steht, der dann natürlich nicht mehr stattfinden könnte!
Im hier gezeigten Fall ist der Maulwurfshügel tatsächlich nur eine Öffnung zum Start der Rakete, kein ausgeworfener Dreckhaufen!

Krieg und Frieden

Die übliche Bedrohung der Rasenfläche eines Bürgers, geht in der Regel lediglich von einem Maulwurf und dessen unermesslichem Zerstörungspotential aus. Doch diesem einen Übeltäter kann man vermeintlich schnell und ohne persönliche Konsequenz, den Garaus machen.
Nun gab es da diesen einen Tag, als die Maulwürfe sich zusammen schlossen und unter Führung ihres ruhmreichen Generals, unter schweren Verlusten, einen vortrefflichen Sieg erkämpften.
Herr Meier, der seine letzte Patrone verschossen hatte, musste sich der Übermacht schließlich ergeben und einen Kapitulationsvertrag unterzeichnen.

Sinnverschiebungen 

Von der Kunst zum Schulalltag

Eine Sinnverschiebung kann man auf verschiedene Art und Weise erreichen - zum einen über Änderung des Kontextes, in dem ein Begriff, ein Name oder eine Bezeichnung verwendet wird.
Die meisten kennen Botticelli' s Gemälde "Primavera", das in allegorischer Form den Frühling darstellt. Das Bild gehört in den Bereich der hohen Kunst.
Ändert man nun den Sinnzusammenhang vom Allegorischen zum Alltäglichen in Form eines Klassenzimmers und trennt "Primavera" in seine Einzelwörter, so lobt der Lehrer die Vera, die eine Eins geschrieben hat, mit den Worten "Prima, Vera!"
Vielleicht geht es hier um einen Aufsatz zum Bilde Botticellis' - dann schlösse sich der Kreis!
Der kontext- bzw. sinnverschobene Begriff wird dadurch banalisiert - es gibt meines Wissens kein Gemälde, das eine solche Szene zum Gegenstand hat.

Karawanen in der Stadt

Auch hier eine Sinnverschiebung von einem historischen Begriff mit hohem erzählerischen Potential (taucht in Büchern und Filmen auf und ist jedermann bekannt) hin zu einer Situation, die diesen Begriff völlig zurücktreten lässt.
Hier hat sich einfach eine Karawane in der Stadt "verlaufen" auf der Suche nach der "Seidenstraße", die nichts weiter als eine banale "Seitenstraße" ist.
Man muss für diese Sinnverschiebung lediglich das "d" durch ein "t" ersetzen.
Ich vermute, solche Wörter, die so leicht sinnverschoben werden können, sind äußerst selten. Bislang habe ich kein anderes gefunden.

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